Gedanken über 13



Denken - Nachdenken,
 da kommt manchmal etwas zusammen, das man erst einordnen muss.
Erlebnisse die man nicht so schnell verdauen kann. Erkenntnisse, die schmerzhaft sind. Das was dich persönlich betrifft und das was in der Welt um uns herum passiert. Manches kann man bei sich ändern anderes, da schaut man hilflos zu, es geht nur in der Gemeinschaft. Jeder ist sich oft der nächste und vergisst den Nachbarn der vielleicht krank ist. Andere halten zusammen und jeder steht für den anderen ein, aber eher seltener. Es kommt darauf an wie weit es an die eigene Substanz betroffen ist und ohne Einschränkung der persönlichen Freiheiten.
Da muss ich auch in mich gehen und frage mich, wie selbstlos ich bin. Persönlich tue ich das was ich kann und soweit wie ich es mir zutraue.
Eine Freundin erzählt.
Da ist ein altes Ehepaar an die 90 Jahre ohne Angehörige, sie haben nicht vorgesorgt und ans Alter nicht gedacht. Der Mann kommt ins Krankenhaus, keine Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, nichts, es kommt ganz plötzlich für die alte Dame. Sie haben Freunde bis auf ein Ehepaar die einige hundert km wegwohnen, die alle alt sind und auch nicht einspringen können. Es ist niemand da ,der für sie sprechen kann oder ihnen hilfreich zur Seite steht. Die alte Frau ist hilflos und weiß nicht damit umzugehen. Geistig ist sie auf der Höhe, intelligent, aber ans Alter haben sie keinen Gedanken verschwendet. das war ein Fehler, man sollte gerade ohne Angehörige vorsorgen wie was zu geschehen hat..
Der Mann kann nicht essen allein, ist blind, und den Trinkbecher kann er auch nicht halten. Die jüngere Freundin besucht ihn im Krankenhaus und stellt fest man lässt den alten Mann einfach allein. Jedenfalls wird sich nicht gekümmert und der volle Teller wieder abgeholt. Sie fragen nicht ob die Freundin eine Angehörige ist die ihn füttern kann.
Das Essen wird hingestellt, man geht davon aus das er von der Freundin gefüttert wird, es wird aber nicht nachgefragt. Er hat eine Lungenentzündung wie sie dann hört und kann kaum schlucken.
Die Freundin ist nur  zu einem Besuch da, war eine ehemalige  Nachbarin.
Sie erzählte es mir als sie wieder nach Hause kam und war schockiert, das so etwas im Krankenhaus passiert. Nicht mal eine Flüssigkeitszufuhr bekam er. Eine Patienten Verfügung war ja nicht vorhanden und trotzdem muss man zumindest Flüssigkeit bekommen. Es stand ein Trinkbecher da an den er nicht herankam.
Ihr Fazit war, "sie lassen ihn einfach so liegen und sterben".
Das lässt mich nachdenken und nicht los.

© Klärchen




Kommentare:

  1. Das ist ein berührendes Thema liebes Klärchen und mein persönlicher Alptraum:"Krankenhaus"oder auch Altersheim. Auch dort habe ich ähnliches Leid gesehen.Viele Jahre habe ich in der Diakonie und bei der Nachbarschaftshilfe gearbeitet.Habe Kranke, alte Menschen, die schlechter als Tiere behandelt werden, aber auch aufopfernde, pflegende Angehörige und Pflegepersonal am Ende ihrer Kräfte gesehen.... Beide Seiten kranken an einem System, das menschenunwürdig ist.

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Helga, danke für Dein Lesen. Du kennst das auch, ist das nicht traurig. Du hast vollkommen recht, die Pfleger geben oft Ihr Bestes und in Krankenhäusern wird Personal gespart ohne Ende.Ich war in der Altenpflege und kenne die Verhältnisse in Altenheimen und Krankenhäusern.
    Liebste Grüße mit einem Danke nochmals, Klärchen
    Liebste Grüße

    AntwortenLöschen

Ich freue mich über jeden Kommentar und antworte gern darauf.
Konstruktive Kritik nehme ich gerne an.
Freue mich auch über Gegenbesuche von Seiten die ich besucht habe.