Dienstag, 3. Mai 2016

Bestimmte Tage

 Tag der Pressefreiheit, Tag des Wortes

Freiheit für das Wort

Worte sind wie Musik
wie die Wellen des Meeres
das Rauschen muss man hören
die Musik muss man verstehen.

K.S. (c)

Jedes Jahr wieder  wird der Besen geschwungen, aber nicht in der Form der Mütter und Großmütter. Zumindest abgeschwächt, die Betten raus, hinein mit dem Frühlingsduft und der Lust.

 Ich hole den Text noch mal hervor für alle die ihn nicht gelesen haben.

Frühlingslust

Der Frühling ist ja nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen.
Nein er ist, wenn man die Tradition hoch hält, auch mit viel Arbeit und Schweiß verbunden.
Sicher können sich alle noch erinnern wie unsere Mütter und Großmütter im Frühjahr emsig mit dem Hausputz begannen. Jeden Tag wurde ein anderes Zimmer vorgenommen.  Wohnzimmer wurden umgeräumt, nichts stand mehr da wo es vorher war. Alle Ecken wurden befreit vom Winter -  und Ofenstaub.
Gardinen gewaschen, Fenster geputzt, Kissen neu bezogen, keiner durfte mit Schuhen in die gute Stube, sie war für Besuch reserviert.
Am nächsten Tag war dann das Schlafzimmer dran. Dreiteilige schwere Matratzen wurden nach draußen geschleppt und mit dem Teppichklopfer bearbeitet.
Die Bettvorleger in Blau auf der Teppichstange bearbeitet.
Der Kronleuchter und die Nachttischlampen geputzt. Die Hausfrauen lechzten, endlich die Federbetten draußen lüften zu können.
 Der Mai war gekommen und die Monate mit dem R vorbei. Endlich Duft und Maienluft im Schlafzimmer wenn es nicht nach Kernseife roch.
Wenn ich meine Mutter sah wie sie abends müde und schlecht gelaunt ins Sofa fiel, dachte ich schon als Kind, Frühjahrsputz, mit mir nicht.
Doch das kann sich ja ändern, man soll nie, nie sagen.
In abgeschwächter Form, Ende April, Anfang Mai, kribbelt es bei mir jedes Jahr wieder.
Staubsauger, Klopfsauger, Laminat und Fliesen, ein Fortschritt, früher schwang man den Besen an Boden und Decke Spinnweben waren überall.
Heute hat man Wischer und Leifeith, den grünen Frosch und Fliederduft.
Also ganz kann ich mich der Tradition nicht erwehren, meine Betten müssen raus, aber Matratzen und Rahmen stelle ich hochkant, ein Kraftakt.
Anschließend Betten überziehen mit Bettwäsche frisch gewaschen in Persil Frühlingsduft.
Mein Wohnzimmer gefällt mir so auch nicht mehr, Sessel und Tisch werden verrückt und auch die Wände neu geschmückt. Nachdem mein Blick durch die Zimmer schweift,  fühle mich  nun wohl, geschafft aber auch  das ganze Haus glänzt wieder und riecht  einfach frisch. Unsere Vorfahren wussten was sie taten.
Mein Mann kommt von der Arbeit, alles ist fertig und erwartungsvoll schaue ich ihn an.
Ob er sieht wie es glänzt und blitzt… doch, er hat was gemerkt!
„Schatz, hast Du schon wieder das Wohnzimmer umgeräumt, im gleichen Atemzug…wo liegt denn der Flaschenöffner,ich habe Durst.
Ich hatte heute einen anstrengenden Tag, trinke erst mal ein Bier,... und was hast Du heute noch gemacht außer Wohnzimmer umräumen?“
Ich hole tief Luft, „ein wenig Frühjahrsputz,“ sage ich dann doch.
Ich freue mich auf mein frisch bezogenes Bett und endlich schlafen zukönnen.
Rosenzimmer in einem Gartenhaus, gesehen amTag der offenen Gärten
Mein Mann liegt neben mir und plötzlich fühle ich seine Hand an meinem Arm.
„Hier riecht es so gut im Schlafzimmer, hast Du ein neues Parfüm?“
Sollte der Frühjahrsputz, tatsächlich Frühlingsgefühle ausgelöst haben?
"Ja ,Schatz, es ist Mai... und ich bin so müde“, sage ich gähnend.

K.S.©











Einen schönen Himmelfahrtstag mit viel Sonnenschein und Frühlingsluft

K.S. (c)

Kommentare:

  1. Liebes Klärchen,
    ja, an den Frühjahrsputzrausch bei meiner Oma kann ich mich noch sehr gut erinnern. Besonders an die Teppichklopferei, die schweren Dinger habe ich tragen geholfen. Puh,ich habe hier im Haus keine Teppiche, nur kurze leichte Läufer. Dem Putzwahn kann ich keine Freude abgewinnen, aber ohne hin und wieder den Putzlappen zu schwingen geht es leider
    nicht. Ich habe Deinen post sehr genossen !!!!
    Liebe Grüße von Carmen

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  2. ein ganz dickes Schmunzeln durchfährt mein Gesicht: wie schön, diese kleine ERzählung über Frühlingsputz und Maienluft/Duft. Genauso war und ist es, ein Blick ins Familienleben vieler Familien. Das FRauchen putzt und müht sich ab, Männe kommt nach Haus und bemerkt nur unwesentlich am Rande, dass sich überhaupt etwas *verändert* hat. Das ist doch wieder mal typisch Mann ohne ihm Nachlässigkeit zu unterstellen, oder Unaufmerksamkeit, Männer, sind eben so wie sie sind. Liebenswert,aber auf ihre eigenen Sachen bezogen und konzentriert. Frosch und Kernseife, heute wie damals die Kernseife frisch duftend gibts ein Glück auch im Heute noch und man kann sie sehr gut gebrauchen.
    Eine schöne Geschichte die sicher für viele einen Wiedererkennungswert bringt.
    Angelface

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  3. Mit einem seeeehr breiten Grinsen hab ich deinen Post gelesen. Genau so war es - hast mich gerade wieder an die dreiteiligen und sehr schweren Matratzen erinnert. Meine Mutter legte immer eine lange Leiter über zwei Stühle - darauf kamen die blauen Matratzen und dann wurden sie mit dem Teppichklopfer malträtiert. Soooo mache ich es heute nicht mehr, ansonsten bleibt aber auch bei mir kein Zimmer verschont. Umstellen kann ich nicht so viel, weil wir Schrägen in allen Räumen haben - aber der Winterstaub muss raus und neue Deko rein! Danke für den herrlichen Post und auch dir einen gaaaanz schönen Feiertag! LG Martina

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  4. Ach Klärchen, du Liebe,
    ich habe laut gelacht. es ist doch wunderschön,
    wenn unsere Arbeiten "gewürdigt" werden.
    Es sit aber auch toll, wenn man in ein frischbezogenes
    Bett schlüpfen kann!
    Einen angenehmen Restabend wünscht dir
    Irmi

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  5. Ein sehr humorvoll geschriebener Text, der beweist, dass es auch heute noch immer die "Hausfrauen" sind, die den Frühjahrsputz veranstalten. Schade, dass du dann am Abend im frisch gemachten Bett nur noch müde gähnen konntest ;-)
    Liebe Grüße
    Fred

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  6. Hallo Fred, Danke für den kommentar für meinen Text vom letzten Jahr, immer noch aktuell.
    Herzliche grüße und "Danke"

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